



Living Movement als Bewegungskunst bezieht ihr Leben zuerst aus der Eurythmie. Sie gehörte am Anfang des 20. Jh. zur Avant Garde der Tanzkunst in Europa. Die erste Phase (1912 – 1925) etablierte sich als ein klassischer Stil. Die Eurythmie als Bühnenkunst trägt aber noch ungeahnte Möglichkeiten in sich. Im Anschluss an die heutige Kunstszene entsteht Living Movement.
In Living Movement werden die vitalen Lebensprozesse des Menschen als Potential für Bewegung genutzt. Es herrscht Übereinstimmung mit dem sog. Mind-Body-Verhältnis, das heute im gesamten Bereich der Bewegungsschulung weit entwickelt ist. Sprache, Musik und Gesang sind Quellen für vielfältige Bewegungsmöglichkeiten. Das Schulen der Stimme und des Theatralischen erweitert das Ausdrucksregister. Im Spielen schöpferisch und phantasievoll tätig zu sein ist ein Faden der sich durch das Ganze zieht. Living Movement ist eine Cross-over Kunst und beinhaltet viele künstlerische Konzepte.
Living Movement will Bewegungstechniken einbeziehen, die eine körperbefreite Bewegung unterstützen und die Empfindung für das eigene energetische Feld schulen. Eine spielerische und vitale Beziehung zum eigenen Leib schafft dafür die Voraussetzung.
Die StudentInnen der Academy werden gefördert ihre eigenen, unverwechselbaren Fähigkeiten als kreative KünstlerInnen zu entwickeln, so dass sie nach Beendigung des Studiums sich auszeichnen durch Flexibilität und Phantasie, und bereit sind aus ihrer Persönlichkeit heraus einen originellen Ausdruck für ihr künstlerisches Schaffen zu finden
Drei Prinzipien werden dem Unterricht an der Academy zu Grunde liegen: Schulung und Fähigkeitsentwicklung, Künstlerisches Schaffen als Gruppenprozess, Präsentation und Darstellung. Diese Prinzipien leben alle im Spannungsfeld von Technik und Methode und dem schöpferisch werden aus sich selbst, sowie der Bereitschaft stets wieder von Null zu beginnen.
Selbstschulung – Fähigkeitsentwicklung - Wie jede Kunst hat auch die Eurythmie bestimmte Techniken, die erlernt und geübt werden müssen, bis die StudentInnen sie durch und durch beherrschen. Diese Techniken sollten so zur zweiten Natur werden, dass sie als Fähigkeiten selbstverständlich vorhanden sind und weiterentwickelt werden können. Dazu kommen andere darstellerische Fähigkeiten (Körperbewusstsein, geschulter Umgang mit seelischem Ausdruck, Stimme, Maske, Tanz, etc.) grundlegende Kenntnisse für die Lebenspraxis als freischaffende(r) Künstler(in): wie präsentiere ich mich, PR, Budgetierung eines Projektes, Fundraising, usw.
Künstlerisches Schaffen als Gruppenprozess - Es gilt die Fähigkeit zu entwickeln gemeinsam kreativ zu werden, zu verstehen wie wir uns gegenseitig anregen können und zu erkennen wann wir andere in ihrem Schaffensprozess behindern. Aus dieser tiefgehenden Selbsterkenntnis heraus können wir persönliche Machtspiele hinter uns lassen und in einen gruppendynamischen Prozess einsteigen, der Kreativität in der Zusammenarbeit mit der Gruppe möglich macht.
Präsentation und Darstellung - beinhalten den täglichen Umgang mit den Fragen: Wie erreiche ich das Publikum? Was sagt mir das Publikum? Es ist die Fähigkeit eine Stimmung wahrzunehmen und darauf zur reagieren. Es bedeutet außerdem zu lernen wie man konstruktive Kritik geben und auch annehmen kann.
Seminare über Ästhetik und Kunst, sowie Kunstbetrachtung und Philosophie ergänzen den Lehrplan der Academy. Die theoretischen und praktischen Übungen werden berühren und provozieren. So wird verdeutlicht, welche Weltbilder wir in uns tragen.
Das internationale Kollegium der Academy of Living Movement setzt sich zusammen aus erfahrenen KünstlerInnen: Philip Beaven, Hans Fors, Marianne Kleiser-Fors, Brigitte Reepmaker, Ernst Reepmaker, sowie GastdozentInnen: Alexander Seeger, Tobias Richter, Stefan Lenz, Rob Barendsma, Melaine MacDonald, Stefan Albrecht u.a. Die Suche dieser KollegInnen nach neuen Bewegungsqualitäten hat sowohl ihre innovative künstlerische Arbeit als auch Unterrichtsmethode über die Jahre geprägt. Als Stil der Academy of Living Movement soll eine virtuose und kreative Bewegungssprache entstehen, die Zukunftsimpulse setzen kann.
Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.